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Allgemeines

Der Pilsumer Leuchtturm ist ein Leuchtturm auf dem Nordseedeich unweit des zur Gemeinde Krummhörn gehörenden Ortes Pilsum im Landkreis Aurich, Niedersachsen. Mit seinem charakteristischen gelb-roten „Ringelsockenanstrich“ ist er eines der bekanntesten Wahrzeichen Ostfrieslands und zählt zu den meistfotografierten Motiven der Region. Der rund zwölf Meter hohe Turm steht auf dem Deich und ist ausschließlich im Rahmen von Gästeführungen zugänglich.

Geschichte

Im Jahr 1883 wurde der Pilsumer Leuchtturm im Rahmen des deutsch-niederländischen Projekts „Beleuchtung der Unter-Ems“ als eines von fünf Leitfeuern geplant und 1890 fertiggestellt. Am 1. Oktober 1891 wurden alle fünf Leuchttürme gemeinsam in Dienst gestellt. Das Projekt diente der sicheren Kennzeichnung der Fahrrinne zwischen der Nordsee und Emden; der Pilsumer Leuchtturm war für einen rund fünf Kilometer langen und 600 Meter breiten Abschnitt der Route zwischen Borkum und Emden zuständig. Die weiteren Leuchttürme des Projekts waren der Kleine Leuchtturm Borkum und der Leuchtturm Campen (beide deutsch) sowie die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Leuchttürme Watum und Delfzijl (beide niederländisch).

Im Juni 1915 wurde der Turm wegen des Ersten Weltkriegs außer Betrieb genommen, um feindlichen Schiffen keine Hinweise auf die Fahrrinne zu geben. Im Oktober 1919 erfolgte die endgültige Stilllegung, da sich die Fahrrinne durch Sandablagerungen verändert hatte. In den folgenden Jahrzehnten wechselten Eigentümer und Nutzung mehrfach, während der bauliche Zustand des Turms sich stetig verschlechterte. Im Herbst 1972 wurde sogar über einen Abriss nachgedacht.

Im Frühjahr 1973 erfolgte eine aufwändige Sanierung, in deren Zuge der Turm erstmals den heute so bekannten rot-gelb-roten Anstrich erhielt (zuvor war er einfarbig rot gestrichen). Seit 1998 befindet sich der Leuchtturm im Besitz der Deichacht Krummhörn, die seitdem für seinen Erhalt verantwortlich ist. Im Frühjahr 2026 ließ die Deichacht die Lackierung erneuern, sodass der Turm wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Sehenswürdigkeiten und Highlights

Der Turm wurde von der Gutehoffnungshütte aus aufgenieteten Schmiedeblechteilen auf einer Stahlkonstruktion errichtet. Die Bauwerkshöhe beträgt rund zwölf Meter bei einem Außendurchmesser von 4,4 Metern. Über 28 Stufen einer innenliegenden Treppe sind drei Stockwerke erreichbar: die untere Etage diente als Öl- und Teilelager, die mittlere als Wohnraum und die obere als Lampenraum mit einer 1,57 Meter hohen Linse für die ursprüngliche Petroleumdochtlampe. Den oberen Abschluss bildet ein Kupferdach über dem Lampenraum.

Weltbekannt wurde der Leuchtturm durch den Komiker Otto Waalkes, der ihn in seinem Film „Otto – Der Außerfriesische“ (1989) als Filmwohnung nutzte. Auch in „Otto – Der Katastrofenfilm“ und in der Tatort-Folge „Sonne und Sturm“ (2003) mit Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm diente der Turm als Kulisse (der fiktive Ort „Nordersiel“ ist das benachbarte Greetsiel). Zudem ist der Turm das zentrale Motiv in Bernd Flessners Kinderbuchreihe „Lükko Leuchtturm“. Seit 2004 wird der Leuchtturm als Trauzimmer der Gemeinde Krummhörn genutzt; auch das zweite Eheversprechen kann hier feierlich gegeben werden.

Praktisches

Der Pilsumer Leuchtturm steht am Deichverteidigungsweg bei Pilsum (Gemeinde Krummhörn, Landkreis Aurich) und ist ausschließlich im Rahmen von Gästeführungen zu besichtigen. Für Kinder werden in Zusammenarbeit mit dem Lükko Leuchtturm Kinderhaus separate Führungen angeboten. Hinweis: Auf dem Deich ist das Mitführen von Hunden gemäß Niedersächsischem Deichgesetz verboten.

Titelbild
Pilsumer Leuchtturm
Galerie

event ordnungsbegriff

event koordinaten

53.497914, 7.045669

event adresse

Deichverteidigungsweg
26736 Pilsum

ort land ordnungsbegiff

ort ort referenz

In Planung
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