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Datum
Beschreibung

Greetsiel ist ein bekanntes Fischerdorf an der Küste. Hier liegen noch einige Krabbenkutter vor Anker. Außerdem hat Greetsiel eine schöne Altstadt.

Wissenswertertes

Allgemeines

Greetsiel ist ein Ortsteil der Gemeinde Krummhörn im Landkreis Aurich in Niedersachsen. Mit rund 1.247 Einwohnern ist es der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde. Das Fischer- und Künstlerdorf liegt an der ostfriesischen Nordseeküste und gilt als eines der malerischsten Hafendörfer der Region. Der lebendige Fischerhafen mit seiner großen Kutterflotte, die historischen Zwillingsmühlen und die jahrhundertealte Bebauung machen Greetsiel zu einem der bekanntesten Reiseziele Ostfrieslands.

Geschichte

Die Geschichte Greetsiels reicht bis ins ausgehende 13. Jahrhundert zurück. Am Ort des heutigen Dorfes begann gegen Ende des 13. Jahrhunderts der Bau einer kleinen Wurt. Diese Siedlung wurde von der Häuptlingsfamilie Cirksena, die ursprünglich im benachbarten Appingen ansässig war, in ihren Schutz genommen. Da die vor Appingen liegende Leybucht mit der Zeit immer mehr verlandete, verlagerte sich der Schwerpunkt nach Greetsiel. Nach 1375 ließen die Cirksena das neu gewonnene Land eindeichen. Zwischen 1362 und 1388 errichteten sie an der Mündung des Pilsumer Tiefs ein neues Siel, das das weiter landeinwärts gelegene „capmasile“ (Kaufmannssiel) ablöste. Zur Demonstration ihres Herrschaftsanspruchs ließen die Cirksena zwei Steinhäuser errichten: Das größere „olde huus“ kontrollierte den Hafen und wurde zum Stammhaus der Familie ausgebaut; das kleinere Steinhaus am westlichen Ortseingang diente als Statussymbol.

Im Jahr 1388 – dem Datum der ersten urkundlichen Erwähnung Greetsiels in Briefen von Ocko I. tom Brok – lagen bereits Hamburger Schiffe im Hafen vor Anker und hatten Zoll zu entrichten. Um das Jahr 1400 ließ Häuptling Haro am östlichen Ende der Langwurt die noch heute stehende Greetsieler Kirche errichten. Nach dem kinderlosen Tod Haros erbte sein Bruder Enno dessen Besitz; dessen Sohn Ulrich I. wurde der erste Graf von Ostfriesland. Er ließ das „olde huus“ von 1457 bis 1460 zu einer großen vierflügeligen Burg ausbauen. Im Jahr 1462 wurde auf dieser Cirksenaburg Graf Edzard der Große geboren, unter dessen Landesherrschaft sich Ostfriesland von der Weser bis nach Groningen erstreckte. 1547 erblickte der Historiker und Kartograf Ubbo Emmius als Sohn eines lutherischen Pastors in Greetsiel das Licht der Welt.

Im Zuge der hannoverschen Ämterreform von 1859 wurde das Amt Greetsiel aufgelöst und dem Amt Emden zugeschlagen. Schlechte wirtschaftliche Bedingungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zu einer Auswanderungswelle, in deren Zuge etwa 80 bis 90 Personen – vor allem Handwerker und Arbeiter – in die Vereinigten Staaten emigrierten. Im April 1919 kam es zu sogenannten „Speckumzügen“ Emder Arbeiter, bei denen Nahrungsmittel bei Bauern der Umgebung entwendet wurden. Am 1. Juli 1972 wurde Greetsiel schließlich in die neu gebildete Gemeinde Krummhörn eingegliedert.

Der Name Greetsiel leitet sich vom mitteldeutschen „gred“ (Wiese, Weideland, angeschwemmtes Land) und „Siel“ (Deichschleuse, Entwässerungsgraben) ab und bedeutet sinngemäß „Siel am Neuland“.

Sehenswürdigkeiten und Highlights

Im Ortszentrum stehen zahlreiche Baudenkmäler von geschichtlicher und künstlerischer Bedeutung. Die evangelisch-reformierte Greetsieler Kirche, eine rechteckige Backsteinkirche mit gotischen Spitzbogenfenstern, wurde zwischen 1380 und 1410 erbaut und 1401 durch Papst Bonifatius IX. bestätigt. Sie birgt eine wertvolle Orgel der Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt (1963) sowie eine Kanzel von 1669. Das mittelalterliche Steinhaus am Ende der Hohen Straße, einstiger Stammsitz der Cirksena, erinnert an die Häuptlingszeit des Ortes – der ursprüngliche Keller des um 1390 erbauten Gebäudes ist bis heute erhalten.

Zum Wahrzeichen Greetsiels zählen die Greetsieler Zwillingsmühlen: zwei Holländer-Windmühlen aus den Jahren 1856 (grüne Mühle) und 1706 (rote Mühle, 1921 erneuert). Die Sielstraße am Fischerhafen mit ihren historischen Gibelhäusern – darunter Haus Nr. 11 (1741) und Nr. 15 (1792) mit ihren charakteristischen glockenförmigen Giebeln nach niederländischem Vorbild – gehört zu den meistfotografierten Motiven Ostfrieslands. Das Buddelschiffmuseum zeigt mit rund 800 Exponaten eine der größten Sammlungen dieser Art in Deutschland. In unmittelbarer Nähe liegt der markante Pilsumer Leuchtturm, einer der bekanntesten Leuchttürme Deutschlands.

Tourismus

Greetsiel liegt unmittelbar am UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und ist Ausgangspunkt für Deichradtouren durch die 18 Warfendörfer der Krummhörn sowie für Wattwanderungen, Nordic-Walking-Routen und Touren auf dem Wasser. Das Solehuus mit seinem Gradierwerk bietet Gesundheits- und Wellnessangebote direkt am Deich. Die Tourist-Information (Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel, Zur Hauener Hooge 11, 26736 Krummhörn) ist Anlaufstelle für alle Urlaubsinfos, Buchungen und Veranstaltungshinweise.

Titelbild
Greetsiel
event koordinaten

53.501125244088, 7.0947471

ort ort referenz