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Wissenswertertes

Wissenswertes über Kempen

Lage und Geographie

Kempen ist eine Stadt am Niederrhein im Westen Nordrhein-Westfalens und gehört zum Kreis Viersen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Die Stadt liegt auf der sogenannten Kempener Platte, einer flachen Mittelterrasse inmitten der Niederrheinebene, auf etwa 35 m über NHN. Mit rund 34.000 Einwohnern auf 68,8 km² ist Kempen ein ausgewiesenes Mittelzentrum und Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr.

Geschichte

Das Gebiet der heutigen Stadt Kempen wurde bereits um 890 n. Chr. in den Heberegistern der Benediktinerabtei Werden als „Campunni" erwähnt. Um die Jahrtausendwende entstand rund um einen Herrenhof des Kölner Erzbischofs eine bäuerliche Siedlung; die älteste erhaltene Urkunde datiert auf das Jahr 1186.

Im 13. Jahrhundert wurde Kempen zur Stadt erhoben. Im Jahr 1372 erhielt die Stadt das wirtschaftlich bedeutende Marktrecht. Von 1396 bis 1400 ließ Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden die kurkölnische Landesburg errichten, die bis heute eines der Wahrzeichen der Stadt ist.

Das Spätmittelalter brachte Kempen eine wirtschaftliche Blütezeit. In dieser Epoche wurde hier um 1380 der Mystiker und Schriftsteller Thomas von Kempen (ca. 1380–1471) geboren, der als Verfasser der berühmten Schrift De Imitatione Christi (Nachfolge Christi) weltweite Bekanntheit erlangte.

Mit dem 16. Jahrhundert begann ein allmählicher Niedergang: 1579 raffte die Pest fast die Hälfte der Einwohner dahin. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kempen 1642 nach der Schlacht auf der Kempener Heide durch hessische Truppen besetzt. 1794 annektierten französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer; Kempen wurde 1798 Hauptort des Kantons Kempen im Département de la Roer.

Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel Kempen an Preußen und wurde 1816 Kreissitz des Kreises Kempen. Ein wichtiger Wachstumsimpuls war die Anbindung an die Bahnlinie Krefeld–Kleve. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt mehrere Bombenangriffe; am 3. März 1945 rückten US-Truppen in Kempen ein.

Ab 1966 wurde die historische Altstadt umfassend saniert und gilt heute als gelungenes Beispiel für Altstadterneuerung. Durch die nordrhein-westfälische Gebietsreform kamen am 1. Januar 1970 die Gemeinden Schmalbroich, St. Hubert und Tönisberg zu Kempen. 1994 feierte die Stadt ihr 700-jähriges Stadtjubiläum.

Sehenswürdigkeiten

  • Kurkölnische Landesburg (1396–1400): Dreitürmige Burg in einem Park mit alten Edelkastanienbäumen – das Wahrzeichen der Stadt.
  • Propsteikirche St. Marien: Weithin sichtbarer Mittelpunkt der Stadt mit bedeutenden Antwerpener Retabeln und historischen Schnitzarbeiten.
  • Kuhtor (um 1350): Das einzige noch erhaltene Stadttor, Zugang zur Altstadt von Norden.
  • Turmwindmühle (erbaut 1481): Teil der Stadtmauer, restauriert mit Windmühlenflügeln.
  • Franziskanerkloster und Paterskirche: Die Paterskirche (fertiggestellt 1640) ist die größte Saalkirche am Niederrhein, heute Konzert- und Museumsstätte.
  • Historische Altstadt: Mit dem Buttermarkt, alten Bürgerhäusern und Fachwerkhäusern, weitgehend als Fußgängerzone ausgewiesen.

Thomas von Kempen

Der bekannteste Sohn der Stadt ist der Augustinermönch und Mystiker Thomas von Kempen (ca. 1380–1471). Sein Werk De Imitatione Christi (Die Nachfolge Christi) gehört nach der Bibel zu den meistgelesenen und meistübersetzten Büchern der Weltliteratur. Es erschien in über 700 Ausgaben und wurde in fast alle Sprachen der Welt übersetzt.

Veranstaltungen

Kempen ist bekannt für seinen St.-Martins-Zug, der seit 1884 jedes Jahr am 10. November stattfindet und zu den größten Deutschlands zählt. Alle drei Jahre findet der Rosenmontagszug statt. Weitere Veranstaltungen sind der Kempener Weihnachtsmarkt, das Altstadtfest mit Internationalen Highland-Games sowie das alle zwei Jahre stattfindende Kempen Musik Festival.

event koordinaten

51.377790077922, 6.447116

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